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Fakten zur gesunden Ernährung in der OGATA Wahlscheid

Kinderanzahl: 265 Kinder

Personal Küche: 1 Vollzeitköchin, 1 Köchin und 1 Küchenhilfe mit je 5,5 Std. täglich,
1 Spülkraft mit 5,5 Std. täglich

Kosten (Elternanteil) für Mittagsverpflegung plus Imbiss:
49 EUR pro Monat an 12 Monaten im Jahr; keine Abrechnung von Einzelessen

Essenzeit: 12:00 -14:00 Uhr gleitend

Raumgröße: Ca. 150 qm

Essensausgabe: Kalt- / Warmtheke

Essensregeln: Werden von Gruppenleitung und Ess-Raum-Personal vermittelt. Generell achten wir auf eine wertschätzende und respektvolle Haltung dem Essen gegenüber. Kinder bestimmen selbst ihre Mengen in Eigenverantwortung. Deshalb sehr wenig Rücklauf an Essensresten.

Erzeuger / Herkunft: Bioladen Rösrath, Regionale Metzger aus der Umgebung

Wunschessen: 1 x im Jahr pro Gruppe; darüber hinaus existiert eine Wunschbox; Wünsche werden, wenn möglich berücksichtigt!

Speisepläne: Wöchentlich neu; sind auf der Homepage der OGATA aufgeführt; hängen im Essensraum aus.

Besonderheiten: Allergieküche wird praktiziert; Je nach Anlass pädagogisches Erlebnisessen wie Länderküche, Themenessen, Jahreszeiten-Küche.


Historie der Bio-Küche der Ogata Wahlscheid

1995: Schulkinderhaus mit 1 Gruppe (20 Kinder) eröffnet; Essen wird vom Caterer geliefert

1996: Eine zweite Gruppe kommt hinzu

1997: Essen wird vor Ort selbst gekocht, weil Eltern und Kinder mit Essensqualität sehr unzufrieden sind; Essen wird zunächst in der Tee-Küche zubereitet; Kinder essen in ihren jeweiligen Gruppen; Kinderwünsche werden von Anbeginn berücksichtigt

1998-2004: Sukzessiver Umbau der Tee-Küche zu einer mittelgroßen Küche mit Profi-Geräten und einen immer größer werdenden Anteil an Vollwert-Ernährung

2005 -2006: Umfangreiche Umbaumaßnahmen im Anbau der Schule; Schulküche und Klassenraum werden zu Ogata-Küche und Essraum. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen Aufrüstung mit Großgeräten wie Kombi-Dämpfer, Industriespülmaschine, Kühlkammer etc.

2006: Eröffnung Ogata, Umzug in die neuen Räume; Start mit 70 Kindern; Essensausgabe ab diesem Zeitpunkt im großen Essraum

2007-2012: Erweiterung der Ogata um jährlich eine Gruppe

2009: Einführung  einer Ausgabe-Theke; Mitarbeiter stehen den Kindern beratend zur Seite

2013: Erweiterung des Essraums um 50 qm; Einrichtung einer Kinder-Theke mit neuen Sitzgelegenheiten (Hochtischen & Barhockern) an großer Fensterfront

2015: Terrassentür ins Außengelände; Terrasse mit Essgelegenheit.

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Interview mit Brigitte Ülpenich, Küchenleitung in der Ogata Wahlscheid


„Ich möchte Kinder lehren, wieder richtig zu essen!“

1. Was fasziniert dich an deiner Arbeit, der täglichen Essenszubereitung für 220 Kinder?

„Wie kann man ein Essen optimal gestalten, dass es nicht nur schmeckt, sondern auch schön aussieht.“ Das war immer mein Anliegen! Das kreative Gestalten der täglichen Ernährung steht in unserer Küche auch im Vordergrund. Als „alter Hobbythek-Fan“ habe ich mich immer für Selbermach-Methoden von Grund auf interessiert. Da wir täglich frisch und vollwertig kochen, kann ich meine Leidenschaft hier in der Ogata-Küche verwirklichen

2. Was hat sich seit Deiner Mitarbeit  in der Ogata und in der Schule in Richtung „Gesundes Essen“ verändert?

Ich versuche immer, gesunde Alternativen zu „süß“ oder „Fast Food“ anzubieten. So gibt es an Geburtstagen bei uns zum Beispiel bunte Fruchtspieße anstelle von Süßigkeiten. An Karnevalstagen brachten die Kinder vor einigen Jahren noch Unmengen von Chips und Süßigkeiten mit. Jetzt bestellen wir gemeinsam mit dem Förderverein beim Bio-Bäcker gesunde Backwaren. Bei Feiern bieten wir Stockbrot aus Vollkorn- statt aus Weißmehl an. Ich bereite grundsätzlich Schorlen selber zu wie zum Beispiel den Ananas-Ingwer-Honig-Drink. Gesüßte Fertiggetränke wie Limonaden gibt es ausnahmsweise nur an Kinderwunschtagen!

3. Kannst Du uns ein eindrückliches Beispiel im Zusammenhang mit Essen in der Ogata nennen?

Ja, da fällt mir etwas ein: Die Kinder haben sich eine Zeit lang  sehnsüchtig Hähnchenschenkel gewünscht. Dann kam der Tag, an dem ich pro Gruppe ein ganzes Hähnchen vorbereitet habe, -die Gruppenleitungen hatten die Aufgabe, das Geflügel zu tranchieren. Bis auf wenige Ausnahmen kam das Essen wieder komplett zurück, weil die Kinder plötzlich realisiert haben, dass Hähnchenflügel  Teil eines lebendigen Tieres sind. Das war der Aha-Effekt: Ein Chicken Wing, das ist ja ein Tier. Seitdem ist bei den Kindern ein stärkeres Bewusstsein gegenüber Tieren vorhanden!

4. Was sollte man bei der Einrichtung einer kindgerechten Bio-Küche bedenken?

Zunächst denke ich, dass dieser Bereich wie alle anderen auch mit der Küchenleitung steht und fällt. Das heißt, Erfahrungen mit Kinderküche und ein wirkliches Engagement in dieser Richtung sind wichtige Voraussetzungen für die Etablierung einer gesunden Vollwertküche in der Ogata. Außerdem sind die Themen „Planung“ und „Hygieneschulung“ ebenfalls wesentliche Bausteine für diesen Bereich. Gesundheitsämter oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bieten zum Beispiel Hygieneschulungen für Offene Ganztagsschulen an.

5. Welche Voraussetzungen sollten Mitarbeiter für das gesunde Kochen in einer Ganztagsschule mitbringen?

Bei uns essen derzeit 220 Kinder zwischen 12:00 und 14:00 Uhr. Menschen, die in der Ogata-Küche kochen, müssen in diesen Größenordnungen denken und sollten bei der Planung keine Angst vor diesen Dimensionen haben, was natürlich voraussetzt, dass die Leitung einer Ogata-Küche fit in Sachen Planung ist. Kinder-Küche ist im Gegensatz zur erwachsenen Kantinenküche zwar theoretisch erforscht, aber in der Ganztagsschule noch wenig praktiziert. Nicht zuletzt sind in der gesunden Ogata-Küche Menschen gefragt, die sich gerne einbringen und kreativ sind. Denn Kochen ist auch immer eine kreative Angelegenheit. Das gilt umso mehr für die gesunde und kindgerechte Frischeküche. Man sollte außerdem nicht dünnhäutig sein, weil man von Kinderseite häufig auch mit Kritik konfrontiert wird. Denn gesunde Vollwertküche für Kinder hat sich noch längst nicht komplett durchgesetzt, sie erfordert viel Aufklärungsarbeit, auch in den Familien.

6. Hast Du eine Vision für die Arbeit hier in der Bio-Küche?

Ja, die habe ich. Ich wünsche mir, dass das Thema Essen wieder mehr Einzug in Familien, in unseren Schulen und damit auch in unser Leben hält. Durch Fertignahrung und Convenience Food haben wir verlernt, zu schmecken! Kinder, Eltern, Mitarbeiter und Lehrer sollten lernen, wieder richtig zu essen. Lehrer, Eltern und Ogata-Mitarbeiter sollten für dieses Anliegen eng zusammenarbeiten. Dafür setze ich mich hier ein.

Vielen Dank für dieses Gespräch. Das Interview führte Christiane Prang!


Zur Person

Brigitte Ülpenich
Brigitte Ülpenich

 
Brigitte Ülpenich

Jg. 1961

Küchenleitung in Vollzeit als Vollwertköchin in der Ogata Wahlscheid

Kontinuierliche Fortbildung in den Bereichen gesunde Ernährung / Vollwerternährung

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Interview mit Brigitte Ülpenich, Küchenleitung in der Ogata Wahlscheid

 

 
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